Sweethearting: Eine bittere Pille für Retailer

RFID für Loss Prevention nutzen

29. Juni4 Min. Lesezeit
Artikel

Der National Retail Security Survey 2020 zeigt, dass Schwund die Retail-Branche im Jahr 2019 61,7 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Das ist ein extrem hoher Betrag, besonders vor dem Hintergrund, dass Stores und Marken angaben, sich in diesem Jahr stärker auf die Bekämpfung von Schwund konzentriert zu haben. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass verschiedene Formen von Diebstahl und Betrug Priorität haben.

Ein Schwerpunkt für Fashion- und Lifestyle-Retailer ist interner Diebstahl, auch als Mitarbeiterdiebstahl bekannt. 20,3 % der Befragten gaben an, dass die Reduzierung von Mitarbeiterdiebstahl eine sehr hohe Priorität hat. Die häufigste Form des Mitarbeiterdiebstahls ist eine Praxis, die allgemein als „Sweethearting“ bezeichnet wird. Dabei gewährt ein Mitarbeiter einem Kunden unerlaubte Rabatte oder kostenlose Ware oder Services. Zum Beispiel scannt ein Mitarbeiter nur drei von fünf Artikeln, entfernt aber die Sicherungsetiketten von allen fünf Artikeln. So kann der Kunde den Store verlassen, ohne einen Alarm auszulösen.

Doch wie groß ist das Problem Sweethearting wirklich?

Sweethearting ist sehr verbreitet

Laut einer Studie von Brady, Voorhees & Brusco gaben 67 % der Befragten zu, in den vergangenen zwei Monaten an Sweethearting beteiligt gewesen zu sein.

Hilbert Dijkstra

Hilbert Dijkstra

Geschäftsführer

Retail

67 % der Befragten gaben zu, in den vergangenen zwei Monaten an Sweethearting beteiligt gewesen zu sein

Brady, Voorhees & Brusco

Diese Praxis ist in vielen Servicebranchen verbreitet, etwa in Restaurants, Hotels, Autowaschanlagen und auch in Retail Stores. Als Motivation dafür, kostenlose oder rabattierte Produkte oder Services weiterzugeben, nennen Mitarbeitende häufig die Hoffnung auf bessere Trinkgelder oder andere Vorteile durch ihre Kunden.

Mitarbeiterdiebstahl ist eine besondere Herausforderung für Loss Prevention

Sweethearting stellt jeden Retailer vor zahlreiche, schwierige Herausforderungen.

Einerseits ist es ein Loss-Prevention-Problem. Kunden und Mitarbeitende wissen das und werden darüber schweigen. Dadurch wird es für Loss-Prevention-Experten sehr kompliziert, die Ursache des Schwunds zu finden und zu beseitigen.

Andererseits hat es Auswirkungen auf Kundenzufriedenheit, Loyalität und positive Mundpropaganda, da diese Werte um bis zu 9 % aufgebläht werden können. Die Kundenzufriedenheit und Loyalität zu diesem Store hängen nun an einem Mitarbeiter, den der Retailer lieber nicht beschäftigen würde.

Was Sie tun können, um Sweethearting zu verhindern

Überwachungskameras und Security-Mitarbeiter, die Kassenbons kontrollieren, reichen nicht mehr aus, um Mitarbeiterdiebstahl wirksam zu verhindern. Da dieses Problem Auswirkungen auf alle Bereiche Ihrer Organisation hat, sollten Sie es an mehreren Stellen angehen:

  • Schulen Sie Ihre gesamte Organisation. Mitarbeitende im direkten Kundenkontakt sind sich meist nicht bewusst, wie schwerwiegend die Folgen für ihren Arbeitgeber sein können. Alle Mitarbeitenden müssen wissen, dass Sweethearting verboten ist und dass klare Standardprozesse für Rabatte oder „Gratisartikel“ gelten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden die Folgen für Ihr Ergebnis und für ihre eigene Karriere verstehen, wenn sie nicht korrekt handeln.
  • Achten Sie im Vorstellungsgespräch sowie in monatlichen oder jährlichen Review-Gesprächen darauf. Es gibt verschiedene soziale und umweltbezogene Faktoren sowie persönliche Eigenschaften, die Sweethearting hemmen oder begünstigen. Seien Sie sich dieser Faktoren bewusst. Zum Beispiel können Sie die ethischen Standards potenzieller Mitarbeitender, ihr Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz und ihre Risikobereitschaft sorgfältig prüfen, um mögliche Täter zu erkennen, bevor Sie sie einstellen.
  • Nutzen Sie RFID-Technologie. Mit RFID hat jeder Artikel einen eigenen eindeutigen Code, der im RFID-Tag hinterlegt ist. Beim Checkout werden die RFID-Tags der bezahlten Artikel automatisch deaktiviert, sodass sie keine Alarme mehr auslösen. Wenn Mitarbeitende nur einen von vier Artikeln scannen, wird der Tag dieses gescannten Artikels als „verkauft“ gelesen, während die übrigen Artikel als „nicht verkauft“ registriert bleiben. Diese „nicht verkauften“ Artikel lösen Alarme aus, wenn der Kunde den Store verlässt und die RFID-EAS-Systeme passiert.

Fazit zu Sweethearting

Sweethearting ist ein Problem, das kein Retailer und kein Unternehmer ignorieren kann. Moderne Loss-Prevention-Lösungen wie RFID ermöglichen es Ihnen, sich auf die Ereignisse zu konzentrieren, die wirklich zählen.

RFID in Ihre Loss-Prevention-Strategie aufzunehmen, ist einfacher, als Sie denken. Innerhalb von nur drei Monaten können Sie Verluste in Ihren Stores identifizieren, quantifizieren und letztlich verhindern. Möchten Sie wissen, wie? Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Ursprünglich veröffentlicht am 8. Juli 2015, aktualisiert am 15. Juli 2021.

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Bei Nedap unterstützen wir globale Retailer dabei, RFID erfolgreich einzuführen und zu skalieren: durch Bestandsgenauigkeit in Echtzeit, bessere Warenverfügbarkeit über alle Kanäle hinweg und intelligentere Prozesse. So helfen wir Marken, ihre Abläufe zu verbessern, wo auch immer sie auf ihrer Journey stehen.

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