Nedap Roundtable in MailandNedap Roundtable in Mailand

Nedap bringt den Dialog über Inventory Intelligence nach Mailand. Das Ziel: von Daten zu Maßnahmen

30. Juni8 Min. Lesezeit
Ilse ProtsmanIlse Protsman
Inventory Engine
Artikel
Fallstudie

Eine Übersetzung des von Pambianco News geschriebenen und veröffentlichten Artikels.  

Im Retail bleibt die Lücke zwischen Omnichannel-Ambition und Umsetzung eine der komplexesten Herausforderungen. Kunden bewegen sich heute nahtlos zwischen physischen Stores, E-Commerce, Social Media und Marktplätzen. Sie erwarten konsistenten Service, Warenverfügbarkeit und schnelle Reaktionszeiten. Damit Unified Commerce jedoch wirklich operativ funktioniert, reicht es nicht aus, einfach weitere Kanäle hinzuzufügen. Retailer benötigen eine zuverlässige, aktuelle und gemeinsam genutzte Single Source of Truth.

Diese Ausgangslage prägte den Vormittag des 20. Mai im Don Lisander in Mailand, wo Nedap eine ausgewählte Gruppe von Führungskräften aus Retail und Fashion zu einem Executive Roundtable mit Lunch unter dem Titel Driving Unified Commerce: From Real-Time Inventory to Results zusammenbrachte. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fallstudie der Capri Group und eine von Camilla Antonioni, Journalistin bei Pambianco, moderierte Roundtable-Diskussion. 

Ziel war es zu untersuchen, was nötig ist, um Bestandstransparenz in messbare Geschäftsergebnisse zu verwandeln. Statt einer kommerziellen Präsentation war die Veranstaltung als Gespräch zwischen Fachleuten konzipiert, die täglich vor denselben Herausforderungen stehen: Bestandsgenauigkeit, operative Umsetzung, Warenverfügbarkeit, Bestandsmanagement, Customer Experience und die Übersetzung von Daten in Entscheidungen. Nedap möchte dieses Format in Italien weiterentwickeln und zusätzliche Möglichkeiten für den Austausch über die Entwicklung des Retail und seine operativen Herausforderungen schaffen.

Der Vormittag begann mit dem Interview „Capri Group x Nedap: How Inventory Intelligence is Shaping the Future“, geführt von Sjoerd Dijkstra, Sales Director Italy bei Nedap, gemeinsam mit dem Management der Capri Group: COO Marco Buono sowie den CEOs Salvatore und Francesco Colella. Die Gruppe, Eigentümerin der Marken Alcott und Gutteridge, zeigte, wie sie mit Unterstützung der Lösungen von Nedap den Bestand von einer operativen Herausforderung in einen Treiber für Effizienz und Wachstum verwandelt hat.

Von links nach rechts: Marco Buono, Francesco Colella, Salvatore Colella, Sjoerd Dijkstra

Eine neue Rolle für den physischen Store

„Wir haben rund 250 Stores über unsere beiden Marken hinweg und sind ein zu 100 % auf Retail ausgerichtetes Unternehmen, das vor allem in Italien tätig ist“, erklärte Salvatore Colella. Er betonte, wie stark die Organisation schon immer auf Retail fokussiert war.

„Heute rationalisieren wir unser Retail-Netzwerk und unsere Store-Flächen, sowohl in Bezug auf Größe als auch auf Standort. Viele Einkaufszentren sind nicht mehr so attraktiv wie früher, viele historische Innenstädte haben sich verändert, und wir passen uns an, so wie es viele Retailer tun.“

In dieser neuen Retail-Landschaft bleibt der physische Store zentral, doch seine Rolle verändert sich.

„Für uns bedeutet Kundenorientierung etwas sehr Konkretes“, ergänzte Colella.

RFID als Wachstumstreiber

Die Geschichte der Capri Group führte die Diskussion ganz natürlich zu RFID.

Francesco Colella erklärte, dass RFID seit Jahren auf der Agenda des Unternehmens stand, für eine erfolgreiche Umsetzung in großem Maßstab jedoch sowohl der richtige Zeitpunkt als auch der richtige Partner erforderlich waren.

„RFID war etwas, das wir schon lange in Betracht gezogen hatten. Früher erforderte eine genaue Bestandsaufnahme im Store erheblichen Personaleinsatz, und selbst dann stimmten die Zahlen nie vollständig. Die Einführung von RFID und ein Partner wie Nedap haben es uns ermöglicht, diese Vision endlich umzusetzen, zum richtigen Zeitpunkt und mit einem Genauigkeitsniveau, das uns wirklich überrascht hat.“

Laut Capri Group reichen die Vorteile weit über Bestandsgenauigkeit hinaus und wirken sich auf das gesamte Verkaufsmodell aus.

„Unser Online-Geschäft erfüllt Bestellungen sowohl aus dem zentralen Distributionszentrum als auch aus unseren Stores“, erklärte der CEO. „Die Aufteilung liegt ungefähr bei 70/30: 70 % kommen aus der Logistik und 30 % aus den Stores. Vor RFID ging ein erheblicher Teil dieser 30 % verloren, weil Produkte, die verfügbar schienen, tatsächlich nicht vorhanden waren. RFID hat dieses Problem drastisch reduziert.“

Das Ausmaß der Wirkung ist beträchtlich.

„All das gilt für 15 Millionen Kleidungsstücke“, betonte Salvatore Colella. „Neben den finanziellen Auswirkungen liegt der eigentliche Wert beim Kunden. Früher führte eine fehlgeschlagene Lieferung zu Problemen im Kundenservice und zu zahlreichen weiteren Schwierigkeiten.“

Der Event begann mit einer Live-Fallstudie mit den CEOs und dem COO der Capri Group.

Implementierung und operative Wirkung

Marco Buono erläuterte die operative Seite des Projekts und die Implementierungsreise mit Nedap.

„In sechs Monaten haben wir die erste Marke, Gutteridge, ausgerollt: 80 Stores und 2 Millionen Artikel“, sagte er. „Die zentralen Erfolgsfaktoren waren sowohl technischer als auch operativer Natur: die einfache Integration, die Benutzerfreundlichkeit der Software in der Zentrale und in den Stores sowie die starke Unterstützung durch das Nedap-Team.“

Die Wirkung auf die Bestandsniveaus war unmittelbar sichtbar.

„Ein präzises Bestandsmanagement in unseren Stores führte im vergangenen Jahr zu einer Reduzierung des Store-Bestands um 20 %“, sagte Buono. „In diesem Jahr sehen wir bereits eine zusätzliche Reduzierung von 15 % gegenüber der Reduzierung des Vorjahres. Früher gab es immer Unsicherheit über die Daten. Heute können wir, weil wir den Daten vertrauen, die Bestandsabdeckung mit Zuversicht reduzieren.“

Die Verfügbarkeit verlässlicher Daten hat auch die Transparenz bei Diebstahl, Betrug und operativen Auffälligkeiten verbessert.

„Indem wir den Bestand jede Woche zählen, erkennen wir sofort, ob es in einem Store ein Problem gibt. Wir analysieren die Zahlen wöchentlich und erneut am Monatsende. Eine einzelne Woche kann durch bestimmte Ereignisse beeinflusst sein, aber monatliche Trends machen Probleme sehr deutlich.“

Von der Strategie zur Umsetzung

Nach dem Interview wurde die Veranstaltung mit einer Roundtable-Diskussion mit Führungskräften und Fachleuten führender Unternehmen aus Retail, Fashion, Technologie und Omnichannel fortgesetzt.

Die Diskussion konzentrierte sich auf vier zentrale Themen:

  • Die Lage des italienischen Retail-Marktes
  • Die Beziehung zwischen Bestandsgenauigkeit und Geschäftserfolg
  • Die operative Realität von Unified Commerce
  • Der Schritt von Daten zu Maßnahmen

Eines der ersten Themen war die anhaltende Lücke zwischen strategischer Vision und täglicher Umsetzung.

Der physische Store bleibt zentral, muss aber nahtlos mit Online- und anderen Kanälen integriert sein. In diesem Kontext wird Bestand nicht länger als logistische Funktion betrachtet, sondern als kommerzieller Hebel. Ungenaue Verfügbarkeit führt zu stornierten Bestellungen, Serviceunterbrechungen, Out-of-Stocks und einem Verlust von Kundenvertrauen. Umgekehrt werden präzise Bestandsdaten zur Grundlage für mehr Umsatz, weniger Ineffizienzen und stärkere Margen.

Unterschiedliche RFID-Anwendungsfälle in Retail-Segmenten

Die Diskussion zeigte auch, dass RFID je nach Retail-Segment auf unterschiedliche Weise Wert schafft.

In Fast Fashion ermöglicht RFID Geschwindigkeit, Bestandsrotation und Mengenkontrolle.

Im Luxus- und Premium-Retail unterstützt RFID Kundenbeziehungen und Servicequalität, ohne das Verkaufserlebnis zu ersetzen. Stattdessen befähigt es Store-Mitarbeitende, Größen, Farben, Verfügbarkeit in nahegelegenen Stores und Bestände in lokalen Lagern schnell zu prüfen und so eine reibungslosere Customer Experience zu schaffen.

Die Bedeutung dynamischer Bestände

Ein weiteres zentrales Thema war das dynamische Bestandsmanagement.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es keine universelle Frequenz für Bestandszählungen gibt. Einige Retail-Modelle erfordern wöchentliche Zählungen, andere monatliche oder saisonale Zählungen, während wieder andere von einer variablen Frequenz profitieren, die durch Auffälligkeiten und geschäftliche Anforderungen gesteuert wird.

In einem Punkt waren sich jedoch alle einig: Eine verlässliche Ausgangsbasis aufzubauen und zu pflegen, ist unerlässlich. Nur auf Basis vertrauenswürdiger Daten können Retailer fundierte Entscheidungen über Nachschub, Transfers, Allokation und Ship-from-Store-Prozesse treffen.

Daten in Maßnahmen übersetzen

Das vielleicht meistdiskutierte Thema war der Übergang von Daten zu Entscheidungen.

Mehr Informationen allein schaffen noch keinen Wert. Daten werden erst dann wertvoll, wenn sie sowohl für Teams in der Zentrale als auch für Store-Teams in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.

Die Teilnehmenden betonten den Bedarf an stärker integrierten Tools, die Abläufe vereinfachen, statt zusätzliche Komplexität zu schaffen. Zu viele voneinander getrennte Systeme riskieren, Omnichannel-Retail zu einer operativen Belastung zu machen, während Stores weiterhin auf Verkauf und Kundenservice fokussiert bleiben müssen.

Inventory Engine for Unified Commerce

Ausblick

Genau hier kommt die Arbeit von Nedap ins Spiel.

Das niederländische Technologieunternehmen entwickelt Lösungen, die die operative Effizienz verbessern, mit besonderem Fokus auf Bestandsmanagement und Bestandstransparenz entlang der gesamten Supply Chain. Seine RFID-Lösungen helfen Retailern, die Bestandsgenauigkeit zu verbessern, Bestandsniveaus zu optimieren, Verluste zu reduzieren und die operative Kontinuität zu erhöhen.

Weniger Zeit für Tätigkeiten wie Bestandszählungen oder den Wareneingang aus Distributionszentren aufzuwenden, setzt Ressourcen frei, verbessert die Datengenauigkeit und ermöglicht es Store-Teams, sich stärker auf Verkauf und Kundenservice zu konzentrieren.

Mit Blick auf die Zukunft identifizierten die Teilnehmenden künstliche Intelligenz als möglichen Beschleuniger, allerdings nur auf Basis verlässlicher Daten. Ohne präzise Transparenz über Produkte, Standorte und Verfügbarkeit riskieren selbst die fortschrittlichsten Algorithmen, falsche Entscheidungen zu treffen.

In diesem Kontext wurde RFID als grundlegende Enabling-Ebene anerkannt, nicht nur für Bestandsmanagement, sondern auch für Supply-Chain-Traceability, digitale Produktpässe, After-Sales-Services und ein intelligenteres Customer Relationship Management.

Der Vormittag endete mit einem informellen Lunch, bei dem die Gespräche über den formellen Teil hinaus fortgesetzt werden konnten.

Die Botschaft war klar: Der physische Retail verschwindet nicht, aber er muss sich weiterentwickeln. Dafür brauchen Retailer verlässliche Daten, konsistente Prozesse und Tools, die Bestandstransparenz in messbare Geschäftsergebnisse verwandeln können.

Mit anderen Worten: Unified Commerce entsteht nicht durch die Vervielfachung von Kanälen. Er entsteht, indem diese über eine einzige, gemeinsam genutzte Source of Truth miteinander verbunden werden.

Nedap begleitet Sie auf Ihrem Weg

Nedap arbeitet mit führenden Retailern weltweit zusammen, um komplexe operative Herausforderungen zu lösen. Mit jahrzehntelanger Retail-Erfahrung helfen wir Kunden, Transparenz, Effizienz und Performance im großen Maßstab zu verbessern.

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