Die Entwicklung von „Saving the Sale“ und was das heute bedeutet
7. Juli


Eine Frage beschäftigt mich immer wieder: Wenn Verluste als unvermeidlich akzeptiert werden, welche Chancen könnten dann unbemerkt verloren gehen?
Rob StapelbroekIn den vergangenen Monaten hatte ich im Rahmen meiner Tätigkeit bei Nedap die Gelegenheit, eng mit Fashion- und Sport-Retailern in Europa und den USA zusammenzuarbeiten. Da ich aus der Beratung komme, fasziniert mich seit jeher, wie Strategie, Betrieb und Technologie in der Praxis zusammenkommen und wo sie es manchmal nicht tun. Diese Gedanken aufzuschreiben ist meine Art, diese Schnittstelle zu erkunden: zu teilen, was ich beobachte, und andere zum Mitdenken einzuladen.
Nach sechs Monaten bei Nedap ist mir eines besonders aufgefallen: Jeder Retailer hat mit Verlusten zu tun, aber nicht jeder geht gleich damit um. Verluste werden häufig als unvermeidlich betrachtet. Ein gewisses Maß an Diebstahl, administrativen Fehlern oder Prozessineffizienzen wird als Teil des Geschäfts akzeptiert. In Gesprächen mit Führungskräften im Retail habe ich jedoch eine klare Trennlinie bemerkt. Manche sehen Verluste als steuerbare Geschäftskennzahl. Andere betrachten sie als gegeben, solange sie innerhalb bestimmter Grenzen bleiben. Dieser Unterschied in der Haltung hat großen Einfluss auf die Ergebnisse.
Denkanstoß #1: Was sagt der Umgang deiner Organisation mit Verlusten über ihre breitere Kultur und ihre Prioritäten aus?
Bevor ich zu Nedap kam, habe ich mehrere Jahre als Berater gearbeitet und Organisationen dabei unterstützt, Strategie, Betrieb und Innovation aufeinander abzustimmen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Themen wie Verlustprävention selten rein operativ oder technisch sind. Oft zeigen sie, wie gut eine Organisation Menschen, Daten und Prozesse miteinander verbindet. Wenn ich Verlustprävention aus dieser Perspektive betrachte, wird klar: Die Retailer mit den besten Ergebnissen sind diejenigen, die Verluste nicht als separates Problem sehen, sondern als Teil der Unternehmensleistung. Sie steuern sie mit derselben Aufmerksamkeit, die sie auf Umsatz, Marge und Kundenerlebnis richten.
Wenn Verluste als unvermeidlich akzeptiert werden, welche Chancen könnten dann unbemerkt verloren gehen?
Rob Stapelbroek, International Business Development Manager
Im Durchschnitt verlieren Fashion- und Sport-Retailer rund 1,6 % ihres Umsatzes durch eine Kombination aus Diebstahl (intern und extern) und operativen Fehlern (National Retail Federation, 2023). 1,6 % klingt vielleicht nicht nach viel, ist absolut betrachtet aber erheblich. Für dieses Beispiel nehmen wir an, dass operative Verluste 0,6 % und Diebstahl 1,0 % ausmachen.
Für einen Retailer mit 2 Milliarden Euro Jahresumsatz würde eine Reduzierung der Diebstahlverluste von 1 % auf 0,25 % rund 15 Millionen Euro zusätzlichen Gewinn bringen. Nicht nur, weil weniger Ware gestohlen wird, sondern weil diese Artikel weiterhin zum vollen Margenbeitrag verkauft werden können. Natürlich ist dies eine vereinfachte Darstellung; die tatsächliche Wirkung hängt von Faktoren wie Abverkaufsraten und Margenstruktur ab.
Jeder Artikel, der nicht verloren geht, kann verkauft werden, und jede Reduzierung von Verlusten unterstützt direkt die Marge. Verlustprävention ist keine Kostenstelle. Sie ist ein Leistungshebel.
Rob Stapelbroek, International Business Development Manager
Ich habe mit Retailern gesprochen, die es geschafft haben, Diebstahlverluste auf unter 0,25 % des Umsatzes zu senken. Sie verlassen sich nicht auf Glück; sie gehen Schwund systematisch an und stimmen ihre täglichen Abläufe so ab, dass sie sicherer und wirksamer werden.
Das Ergebnis ist klar: Jeder Artikel, der nicht verloren geht, kann verkauft werden, und jede Reduzierung von Verlusten unterstützt direkt die Marge. Verlustprävention ist keine Kostenstelle. Sie ist ein Leistungshebel.
Bei Nedap sprechen wir häufig über Transparenz. Damit meinen wir: genau zu wissen, wo sich der Bestand befindet und was in den Stores passiert. Doch Transparenz ist nur dann wertvoll, wenn sie zu Handeln führt. Verluste zu reduzieren erfordert Technologie, aber auch Fokus, Verantwortlichkeit und die richtigen Verhaltensweisen in der gesamten Organisation.
Denkanstoß #2: Fördert deine aktuelle Technologie wirklich neue Verhaltensweisen oder misst sie nur bestehende?
Es geht darum zu verstehen, dass nachhaltige Verbesserung entsteht, wenn Technologie, Daten und Menschen zusammenarbeiten. Es ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess des Lernens und Anpassens.
In meinem nächsten Artikel werde ich genauer darauf eingehen, wie sich der Retail-Ansatz zur Verlustprävention in den USA und Europa unterscheidet und was beide voneinander lernen können.
Bei Nedap unterstützen wir globale Retailer dabei, RFID erfolgreich einzuführen und zu skalieren, indem wir Bestandsgenauigkeit in Echtzeit, bessere Produktverfügbarkeit über alle Kanäle hinweg und intelligentere Abläufe ermöglichen. So können Marken ihre Prozesse verbessern, unabhängig davon, wo sie auf ihrem Weg stehen.
