Die Entwicklung von „Saving the Sale“ und was das heute bedeutet
7. Juli


Nutzen Sie die Stärke von RFID für Verlustprävention
Mit den ersten EAS-Systemen mussten Sicherheitsverantwortliche nicht länger hinter hohlen Säulen auf Ladendiebe lauern. Mit RFID gehen Sie jedoch weit über akustische und visuelle Alarme hinaus und nutzen das volle Potenzial moderner Technologien für den Einzelhandel.
Zu Beginn dieses Jahrhunderts war ein Geschäft ohne zuverlässiges Warensicherungssystem praktisch eine Einladung zum Diebstahl. Die elektronische Artikelüberwachung (EAS) war die bewährte Lösung: Verlässt ein Kunde das Geschäft mit einem unbezahlten Artikel, wird ein Alarm ausgelöst. Doch wie jede Technologie im Einzelhandel entwickelt sich auch EAS kontinuierlich weiter, um neuen Anforderungen gerecht zu werden. Wohin entwickelt sich EAS heute?
Das erste Patent für ein EAS-System wurde 1966 angemeldet. Schon damals basierte das System auf einem Prinzip, das bis heute Bestand hat: Antennen am Ausgang erkannten Sicherungsetiketten an den Artikeln und lösten einen Alarm aus, wenn ein unbezahlter Artikel das Geschäft verließ.
Bis dahin mussten Ladenbesitzer erfinderisch sein, um Ladendiebe zu überführen. Wie in The Steal, A Cultural History of Shoplifting beschrieben, beschäftigten manche Geschäfte pensionierte Polizisten, die stundenlang in hohlen Säulen mit Einwegspiegeln saßen und potenzielle Ladendiebe beobachteten.
In den 1970er-Jahren setzten Händler EAS vor allem ein, um Ladendiebe zu stoppen. Mit der zunehmenden Verbreitung von EAS-Systemen in großen Einzelhandelsketten verlagerte sich der Fokus jedoch von der Festnahme zur Abschreckung. Händler erkannten, dass es wirkungsvoller ist, Diebstähle bereits im Vorfeld zu verhindern, und führten EAS flächendeckend ein.
Auch die EAS-Technologie entwickelte sich kontinuierlich weiter. Sicherheitsetiketten wurden schlanker und ließen sich einfacher an unterschiedlichsten Artikeln anbringen. Gleichzeitig fügten sich EAS-Antennen immer harmonischer in das Store-Design ein. Als Ladendiebe begannen, sogenannte Booster-Taschen zur Abschirmung von Funksignalen einzusetzen, wurde die Metalldetektion in die Antennen integriert, um solche Taschen zu erkennen und Warenschwund zu reduzieren.
Heute befindet sich EAS erneut im Wandel, um den Anforderungen des modernen Einzelhandels gerecht zu werden. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Bereits Anfang der 1970er-Jahre gehörte Nedap zu den Pionieren der elektronischen Artikelüberwachung (EAS). Zudem zählte Nedap zu den ersten Unternehmen, die RFID-Technologie für den praktischen Einsatz im Einzelhandel nutzbar machten. Dieses Know-how findet sich heute im iD Top wieder – unserem verdeckt installierten EAS-System. Können Sie es auf dem Bild rechts entdecken?
Ein entscheidender Bestandteil jeder effektiven EAS-Lösung ist das Sicherheitsetikett am Artikel. Und das aus gutem Grund: Studien zeigen, dass sichtbare Sicherheitsetiketten nachweislich dazu beitragen, Warenschwund durch Diebstahl zu reduzieren.
Aber die Nachteile beginnen die Vorteile zu überwiegen. Das Sicherheitsetikett wird eher zur omnichannel-Belästigung als zu einem visuellen Abschreckungselement. Verbraucher erwarten heute ein nahtloses Einkaufserlebnis: egal, wo sie einkaufen (online oder im Geschäft), sie wollen schnelle und reibungslose Kassenprozesse. Hard Tags stehen diesem Ziel im Weg. Das Entfernen eines Sicherheitsetiketts bei einem oder mehreren Artikeln während des Bezahlvorgangs kann zu langen Schlangen führen, omnichannel-Prozesse wie die Abholung bestellter Waren im Laden verlangsamen und gefährliche Situationen an Selbstscannstationen verursachen.
Der Anstieg der organisierten Einzelhandelskriminalität (Organized Retail Crime, ORC) – insbesondere in den USA – verändert die Anforderungen an moderne EAS-Lösungen. Ein Gelegenheitsdieb lässt sich möglicherweise noch durch einen Alarm abschrecken. Organisierte Tätergruppen hingegen handeln gezielt und lassen sich von einem Alarm in der Regel nicht aufhalten. Aufgrund des erhöhten Gewaltpotenzials verzichten viele Händler zudem bewusst darauf, diese Täter direkt zu stellen..
Traditionell konzentriert sich die Verlustprävention auf Ladendiebstahl. Doch mit dem Wandel hin zu Omnichannel-Strategien entstehen Risiken längst nicht mehr nur in der Filiale. Verluste können entlang der gesamten Lieferkette auftreten – von Betrug im Verteilzentrum bis hin zu Waren, die versendet wurden, aber den Kunden nie erreichen („Last Mile Loss“).
Parallel dazu verändert sich auch die Rolle vieler Loss Prevention- und Asset Protection-Teams. Heute geht es nicht mehr nur darum, Warenschwund zu reduzieren, sondern den gesamten Wert der Bestände zu schützen. Denn Umsatzverluste entstehen nicht nur durch Diebstahl oder Betrug, sondern auch durch Fehlbestände und Überbestände, die Kosten verursachen und die Warenverfügbarkeit beeinträchtigen. Deshalb gehören Bestandsgenauigkeit, Schutz vor Diebstahl und Betrug sowie operative Effizienz heute untrennbar zusammen.
Genau hier setzt die nächste Generation von EAS an: Sie schützt Waren vor Diebstahl und Betrug und unterstützt gleichzeitig eine hohe Bestandsgenauigkeit – ohne das Einkaufserlebnis zu beeinträchtigen. Klingt ambitioniert? Viele Einzelhändler setzen bereits auf diesen Ansatz und kombinieren EAS mit RFID, um artikelgenaue Bestandsdaten in Echtzeit zu erfassen.
Die RFID-Technologie hebt EAS auf die nächste Stufe und erfüllt die Anforderungen des modernen Einzelhandels. Während herkömmliche RF- und AM-EAS-Systeme lediglich einen Alarm auslösen, wenn ein aktives Etikett oder ein Hard Tag erkannt wird, fügt RFID eine Identifikation auf Artikelebene hinzu. Jedes Produkt erhält eine eindeutige Identität, sodass Artikel individuell erkannt und nachverfolgt werden können.
Laut McKinsey & Company kann RFID den Umsatz um bis zu 5 % steigern – unter anderem durch eine höhere Bestandsgenauigkeit und weniger Warenschwund. Gleichzeitig lässt sich der Zeitaufwand für die Bestandsverwaltung um 10 bis 15 % reduzieren.
“Mit detaillierten Einblicken auf Artikel-Ebene verhindern Sie Sweethearting, bekämpfen Retourenbetrug und ermöglichen es Ihnen, gestohlene Artikel am selben Tag aufzufüllen, anstatt auf die nächste Inventur zu warten.”
Ilse Protsman
Marketing Communications Manager
Zu wissen, welche Artikel das Geschäft verlassen – unabhängig davon, ob sie bezahlt wurden oder nicht – liefert Loss Prevention- und Asset Protection-Teams wertvolle Erkenntnisse. So lassen sich relevante Vorfälle gezielt aus der Vielzahl alltäglicher Alarme herausfiltern. Mitarbeitende im Store, Sicherheitspersonal oder sogar benachbarte Filialen können bei einem konkreten Diebstahl unmittelbar informiert werden.
Daten auf Artikelebene helfen zudem dabei, Rabattmissbrauch und Retourenbetrug aufzudecken. Gleichzeitig ermöglichen sie eine schnellere Wiederbeschaffung gestohlener Ware, sodass betroffene Artikel noch am selben Tag nachbestellt oder nachgefüllt werden können – statt erst nach der nächsten Bestandsaufnahme.
Das sind nur einige der Möglichkeiten, die sich kurzfristig nutzen lassen. Langfristig schaffen Daten auf Artikelebene die Grundlage, Muster zu erkennen und fundiertere Entscheidungen in der Verlustprävention zu treffen. Welche Artikel werden am häufigsten gestohlen? Welche Filialen benötigen zusätzliche Schulungen, eine angepasste Personaleinsatzplanung oder weitere Präventionsmaßnahmen? Diese Fragen lassen sich heute auf Basis von Daten und fundierten Erkenntnissen beantworten.
Doch RFID-gestützte EAS-Lösungen leisten weit mehr als den Schutz Ihrer Bestände vor Diebstahl und Betrug. Die Technologie ermöglicht es Einzelhändlern zugleich, ein nahtloses Einkaufserlebnis zu schaffen.
Dieses beginnt bereits am Eingang der Filiale. RFID benötigt kein Detektionsfeld zwischen zwei Antennen. Dadurch lassen sich EAS-Antennen unauffällig in der Decke integrieren. Diese verdeckte Lösung ist eine elegante Alternative zu herkömmlichen EAS-Säulen. Sie schafft einen offenen, einladenden Eingangsbereich und bietet mehr Platz, um Produkte ansprechend zu präsentieren.
Auch bei den Sicherheitsetiketten bietet RFID entscheidende Vorteile. Die Technologie schützt Ihre Waren ebenso zuverlässig wie herkömmliche Hard Tags. Viele Einzelhändler kennzeichnen inzwischen ihr gesamtes Sortiment mit RFID-Etiketten und sichern damit jeden einzelnen Artikel. Hard Tags können dadurch gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten Mehrwert bieten – beispielsweise bei besonders diebstahlgefährdeten Produkten. Auf Grundlage der gewonnenen Daten lässt sich genau bestimmen, welche Artikel zusätzlichen Schutz benötigen.
Das verbessert nicht nur das Einkaufserlebnis, weil Checkout-Prozesse schneller und flexibler werden. Gleichzeitig sinken die Kosten für den Einsatz und die Handhabung von Hard Tags.
Der Einzelhandel funktioniert in Echtzeit. Kunden, Lagerbestand und Erwartungen hören nie auf. Traditionelle Systeme zeigen nur den Bestand im Stillstand, nicht im laufenden Betrieb. Unser Inventory Engine hebt das auf, indem es Händlern eine zuverlässige, Echtzeit-Ansicht bietet, der sie in allen Kanälen vertrauen können.
